Lernfördernde Visualisierungen


Schülerinnen und Schüler bringen (Fehl-) Vorstellungen mit in den Unterricht | Schülerinnen und Schüler kommen nicht „als leere, unbeschriebene Blätter“ in den Fachunterricht, sondern sie bringen zu bestimmten Themen Überzeugungen und Denkweisen mit. Im naturwissenschaftlichen Unterricht stellen wir immer wieder fest, dass diese mitgebrachten und zum Teil falschen Konzepte uns Lehrerinnen und Lehrern vor große Herausforderungen stellen. Diese falschen Konzepte haben sich oft durch Alltagserfahrungen gebildet oder haben sich durch einen umgangssprachlichen Gebrauch manifestiert. Ziel des Unterrichtes muss es sein fachliche Konzepte aufzubauen, indem wir Fehlvorstellungen berücksichtigen und diese nach und nach abbauen, korrigieren oder gar ersetzen. Es bedarf im naturwissenschaftlichen Unterricht in vielen Fällen also eines Konzeptwechsels bei den Schülerinnen und Schülern während einer Unterrichtseinheit. Manche vorunterrichtlichen Schülervorstellungen sind tief verankert und schwer veränderbar. Daher spricht man heute eher von einer Koexistenz unterschiedlicher Vorstellungen.


Es bedarf eines sensiblen Vorgehens und das Wissen der Lehrkraft um diese Vorstellungen, damit der Unterricht entsprechend geplant und durchgeführt werden kann. Schülervorstellungen sind z.T. kulturell bedingt, vielseitig, kontext- und methodenspezifisch und werden in den seltensten Fällen ad-hoc gebildet. Es gibt unterschiedliche Ursachen für solche Präkonzepte bzw. Lernschwierigkeiten im naturwissenschaftlichen Unterricht.

Lehrerinnen und Lehrer erzeugen unabsichtlich Fehlvorstellungen bei ihren Schülerinnen und Schülern | Eine Möglichkeit sind laut Hans-Dieter Barke sogenannte „hausgemachte“ Schülerfehlvorstellungen. Es handelt sich dabei um Schülervorstellungen, die unbeabsichtigt durch die Lehrkraft selbst entstehen.


Visualisierungen haben die Kraft Schülerinnen und Schüler beim Lernprozess zu unterstützen. Sie haben aber auch die Kraft Schülerinnen und Schüler in ihren Fehlvorstellungen zu festigen und auf die falsche fachliche Fährte zu leiten. Bei der Betrachtung einer Visualisierung, müssen Schülerinnen und Schüler spontan Erklärungen konstruieren. Visualisierung müssen aus diesem Grund fachlich eindeutig und korrekt sein. Sie dürfen nicht zu Missverständnissen führen. Visualisierung können aber auch Gesprächsanlässe im Unterricht bieten, um Lernende anzuregen sich mit den eigenen Vorstellungen auseinander zu setzen.


Visualisierungen müssen einen didaktischen Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler haben | Visualisierungen, die keinen didaktischen Mehrwert haben, können sogar lernhemmend wirken. Visualisierungen, wenn sie im Unterricht eingesetzt werden, müssen lernfördernd und nicht lernhemmend sein. Es sollen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer befähigt werden einfache, didaktische Visualisierungen, die den Lernprozess unterstützen zu erstellen.

Kriterien für gute didaktische Visualisierungen

Kritierien für gute didaktische Visualisierungen sind:

  • zeigt auf den ersten Blick das Thema.
  • enthält die wesentlichen Kerninhalte.
  • ist fachlich eindeutig und korrekt.
  • ist gut strukturiert und übersichtlich.
  • ist grafisch ansprechend gestaltet, d.h.:
    • Verknüpfung aus Text und Bild
    • ist lesbar
    • nutzt Symbolik und Bildsprache
    • verwendet sinnvoll Farben
  • ist lernfördernd und nicht lernhemmend.
  • hat einen didaktischen Mehrwert.